Dienstag, 9. Februar 2010

eindrücke vom "nachbi-cup" 2010

mein kollege andré vom nachbarschaftsheim neukölln hat ein wirklich gutes fussball-hallen-turnier in der soccer- world veranstaltet. am start waren 12 team mit kids von 8-14 jahren, teilweise auch gemischt. ich selbst war coach eines mixed-teams mit kids aus unserem training von nachbarschaftsheim/familie e.v., aus hohenschönhausen und von der peter-peterson-schule. wir wurden siebter und hatten zudem den besten torwart des turniers! sieger wurde das team outreach-lichtenrade. das team vom rütli-campus gewann den fairness-pokal (das war eigentlich auch unser ziel - hat leider diesmal nicht geklappt). fotos:


während hinten gespielt wird, träumt man vorne vom pokalsieg...



das endspiel wurde im spannensten elfmeter-krimi aller zeiten entschieden...

Donnerstag, 21. Januar 2010

berliner "sozialatlas" 2009

der soziologe hartmut häussermann (humboldt-universität) hat berlin für seine studie in quartiere aufgeteilt, und diese verglichen. das ergebnis ist: kreuzberg (nordost) und neukölln (nord) zählen zu den besonders von armut betroffenen gebieten. das heißt, hier ist die arbeitslosigkeit und kinderarmut hoch - viele menschen leben von sozialhilfe.
angeblich will die stadt mit einem 50 mio € programm für sozialprojekte abhilfe schaffen...

Montag, 18. Januar 2010

HARTZ IV

Berlin ist Deutschlands Hauptstadt der Armut

(187)
18. Januar 2010, 15:12 Uhr

Eine Studie der Bertelsmann-Stiftung kommt zu einem vernichtenden Ergebnis für Berlin. In keiner anderen deutschen Stadt ist das Armutsrisiko größer. Knapp 20 Prozent der Bürger sind auf staatliche Unterstützung angewiesen. Im Vergleich zu Berlin ist das Armutsrisiko in Bayern und Baden-Württemberg gering.

Nirgendwo ist das Armutsrisiko in Deutschland so groß wie in Berlin. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Bertelsmann-Stiftung. Danach weist Berlin den höchsten Anteil von Beziehern staatlicher Transferleistungen wie Hartz IV auf. Knapp 20 Prozent der Berlinerinnen und Berliner seien auf staatliche Unterstützung angewiesen, schreiben die Autoren der Studie „Die Bundesländer im Standortwettbewerb 2010“.

...weiterlesen: http://www​.welt.de/p​olitik/deu​tschland/a​rticle5895​298/Berlin​-ist-Deuts​chlands-Ha​uptstadt-d​er-Armut.h​tml

Montag, 26. Oktober 2009

Fussball - Training

ab sofort gibt es ein offenes fussballtraining für jungs und mädchen bis 6.klasse, dass ich zusammen mit andré vom nachbarschaftsheim neukölln (beim körner-park) leite:
immer montags (auch in den ferien). treffen: immer 17.oo uhr vor der halle in der emserstraße 137 (oder 16.45 vorm nachbarschaftsheim). kostenlos und ohne anmeldung.
das training ist offen für alle und auch insbesondere für kids, die im rahmen einer familienhilfe betreut werden.
ausserdem geplant: freundschaftsspiele gegen andere mannschaften in stadtteil, eine mädchenmannschaft mit eigener hallenzeit (bei entsprechender anzahl von mädchen), unternehmungen zur stärkung von teamgeist und zusammenhalt undundund...
einfach vorbeikommen!
(hallenschuhe nicht vergessen)

Montag, 6. Juli 2009

Jugend - Sucht - Computer


Der Computer feiert seinen Siegeszug durch die deutschen Haushalte und mit ihm dringen neue Welten in das Leben von Kindern und Jugendlichen ein - PC- und Onlinespiele, Kontakt- und Tauschbörsen, Foto- und Videoplattformen, blogs, homepages, email, Chatroom und Voice over IP. Unverkennbar ist die Sog- Wirkung, die von diesen neuen Informations-, Spiel- und Kommunikationsmöglichkeiten ausgeht. Computer und Internet bieten Raum zum Lernen, für Abenteuer (Surfen, Spiele), Kreativität und Präsentation (Online- Profile, MySpace, Youtube und co.) aber auch für Gemeinschaft und Austausch (Online- Spiele, Kommunikations- Netzwerke).

Eher selten thematisiert und doch gerade für Kids faszinierend, sind auch die Möglichkeiten, nazistische Bedürfnisse und Allmacht- Phantasien ausleben zu können. Im Online- Spiel schlüpft man in eine neue (bessere) Identität, das Schüler-VZ Profil erstrahlt im makellosen Glanz, hochgeladenen Fotos lassen sich per Mausklick austauschen, die Anzahl der Freunde in der Kontaktliste zeigt, wie beliebt man ist und durch das Beherrschen der charakteristischen Abkürzungen und kessen Sprüche im Chat stellt man Schlagfertigkeit und Zeitgeist unter Beweis. Und nicht zuletzt sind Internet- Pornos halt anschaulicher als Sexualkunde- Unterricht oder die verklemmt-peinlichen Ausführungen von Eltern und Geschwistern.

Die neuen Medien erleichtern das Leben und schaffen gleichzeitig neue Abhängigkeiten. Emails wollen gecheckt-, sms beantwortet-, online Profile aktualisiert-, die neusten songs heruntergeladen- und youtube- videos geguckt- und die verschiedenen Stellungen des Geschlechts- Aktes genauestens studiert werden. Dieses intensive „Nutzungs- Begehren“ der neuen Medien kann in einigen Fällen soweit gehen, dass es einen Sucht- Charakter annimmt, der durchaus mit einer klassischen Drogensucht vergleichbar ist. Sorgen sollte man sich um den Betroffenen machen, wenn die Flucht in die virtuelle Welt von Computer und Internet so weit geht, das folgende Probleme entstehen:

-Freunde kommen nicht mehr und werden auch nicht vermisst

-Text und Sprache kann nur noch schwer wahrgenommen/ verarbeitet werden

-Aussehen und Kleidung wird vernachlässigt

-körperliche Bedürfnisse werden vernachlässigt (Essen/ Trinken/ Schlafen/ Körperkontakte)

Mittlerweile haben sich zwar eine Reihe von Therapeuten auf die spezielle Problematik der „Medien- Sucht“ eingestellt und entsprechende Therapien entwickelt. Besser ist aber natürlich ein präventiver Ansatz, der einsetzt, bevor es zu den oben genannten Ausfall- Erscheinung kommt.

Eltern und Professionelle sollten hierfür zunächst die Rolle anerkennen, die Internet und Medien im Leben der Kinder- und Jugendlichen spielen, was nicht bedeutet, dass sie aus ihrer Verantwortung entlassen werden können, durch Regeln und Grenzsetzung, sowie das eigene Vorbild, den Kids einen sinnvollen Umgang mit diesen zu vermitteln.

Sie sollten sich auch klar machen, dass für die Entwicklung einer Sucht immer entscheidend ist, dass diese Kids in der virtuellen Welt etwas suchen, was sie in der realen Welt nicht (mehr) finden können.

SCHÜLER-FERIEN-PASS

für berliner schüler gibt es ein angebot, dass sich auf jeden fall lohnt. ein ferien-pass für 9,- €, der nicht nur für die sommerferien gilt, sondern fürs gesamte nächste schuljahr. KOSTENLOSER EINTRITT in die berliner bäder, ermässigungen usw.
kann auch schnell und einfach über internet bestellt werden!
mehr infos hier: http://jugendkulturservice.de

Sonntag, 5. Juli 2009

JUGEND HEUTE


Kinder und Jugendliche wachsen heute in einer Welt auf, die sich unterscheidet von der Welt, die ihre Eltern in der eigenen Kindheit erleben konnten - und noch mehr von der Welt, in die ihre Großmütter hineingeboren worden. Technische Entwicklungen, wie z.B. die Erfindung des Internets, politische Veränderungen, z.B. der Mauerfall haben das Leben der Menschen verändert. Aber auch die Gesellschaft ist einem ständigen Wandel unterworfen. Dies betrifft nicht nur die Flexibilisierung von Beschäftigungsverhältnissen, die Veränderung der Zusammensetzung der Bevölkerung durch Migration usw. sondern auch einen Wandel im Selbstverständnis der Menschen - welcher sich im Zusammenleben, in Kunst und Kultur widerspiegelt.

Die veränderten Rahmenbedingungen bleiben nicht ohne Folgen für das Heranwachsen, gleichzeitig sind es aber auch oft die Jugendlichen selbst, die durch das Herausbilden von Subkulturen mit eigener Ästhetik, Sprache und Präferenz den Lifestyle der Gesellschaft insgesamt prägen und verändern.

Worin liegen aber nun die großen Unterschiede, die das Leben der Jugendlichen heute von dem Leben der Jugendlichen „damals“ (sagen wir z.B. vor 100 Jahren) unterscheiden?

Da wäre zunächste einmal die Ausdehnung und ein verändertes Verständnis der Jugendphase selbst: wenn man den Anfang der Jugend in Abhängigkeit von der Entwicklung der Geschlechtsreife (im biologischen Sinn) terminiert, stellt man fest, dass diese körperliche Entwicklung heute weit früher abgeschlossen ist als früher. Somit würde die Jugendphase heute hormonell bedingt bei Mädchen ab 10 1/2 und bei Jungen ab 11 1/2 Jahren beginnen. Will man das Ende der Jugend an den klassischen Kriterien von „Erwachsen-sein“ verorten (also: Aufnahme eines geregelten Beschäftigungsverhältnisses, Aufbau einer eigenen Familie mit fester Partnerschaft, Kindern und evtl. Eigenheim, Übernahme von individueller, sozialer und gesellschaftlicher Verantwortungen), muss man feststellen, dass diese Grenzen sehr stark fließend und individuell geworden sind. Auch das Selbstverständnis und insbesondere der teilweise langjährige Verbleib in den ehemals rein jugendlich geprägten Subkulturen kann hier zu keiner klareren Abgrenzung beitragen. Deutlich wird aber: Jugend erstreckt sich heute regelmäßig über einen Zeitraum, der mit ca. 11-12 Jahren beginnt und im Durchschnitt nicht vor Ende der Zwanziger endet. Alleine diese Zeitspanne macht es unsinnig, heute noch von einer „Übergangsphase“ zu sprechen - Jugend ist heutzutage eine komplett eigenständige Lebenphase, mit eigenem Ausdruck und eigenen Sinnzusammenhängen, sie ergibt sich nicht nur wie früher dadurch, dass der Heranwachsende „nicht mehr Kind“ und noch „nicht ganz erwachsen“ ist.

Eine weitere Veränderung im Leben der Jugendlichen lässt sich durch den Verlust der Autorität und das Zusammenbrechen der Herrschaft der sog. Hochkulturen erklären, die stark verbunden ist mit der Entwicklung von neuen Medien und einer Populär- Kultur, die eben nicht mehr durch die Buch-/ Textsprache sondern durch Bilder und Sounds geprägt ist. Jugendliche sind heute sehr kompetent darin, auch unklare und schnell-wechselnde Bilder in einen sinnhaften Zusammenhang mit der Hintergrundmusik und -Geräusch zu bringen. Sie können sich ohne Probleme auf Dinge einlassen, die gleichzeitig und schnell passieren. Die Aufmerksamkeit aber auf einen einzigen Punkt zu lenken, wie es beispielsweise beim Lesen eines Buches notwendig ist, fällt Jugendlichen heute aber zunehmend schwerer. Die langsamere Bildsprache alter Filme oder tiefergehende Erklärungen erscheinen ihnen unnötig, langweilig und fern der eigenen Realität.

Eine weitere Veränderung betrifft den Bereich des Verhaltens: Jugend heute läuft in weitesgehend informell organisierten Zusammenhängen statt. Klare Verhaltensregeln, die strenge Moral früherer Jahre und der große Einfluss von Autoritäten sind Situationen gewichen, in denen Regeln und Absprachen individuell ausgehandelt werden und sehr stark situationsbedingt sind. Das ein Aufwachsen in einer Großfamilie klarere Absprachen und Regeln erfordert, als das Zusammenleben einer Alleinerziehenden plus Einzelkind mag hier als beispielhaftes Bild dienen.

Gleichzeitig haben die traditionellen Jugendgrupppen und Sozialisationsinstanzen, wie z.B. freiwillige Ortsfeuerwehr, kirchliche Jugendgruppen, Schule, Sportvereine, Gewerkschaftjugend usw. einen Bedeutungsverlust erlitten (der sich allerdings vermutlich gar nicht so sehr an sinkenden Mitgliederzahlen ablesen lassen dürfte...), stattdessen prägen Handy, Internet- Communities, Chat und andere spontane und teils kurzlebige, bzw. virtuelle Kontakte das Leben der Jugendlichen.

Im Gegensatz zur Sprachlosigkeit von Früher in Bezug auf die eigenen Gefühle, spielt hier oft, gerade im virtuellen Raum, das innere Erleben, die Subjektivierung eine große Rolle. Jugendliche definieren und vereinen sich im Hass auf bestimmte Lehrer oder in der Schwärmerei für bestimmte Schauspieler, Popstars etc., die Präsentation und Projektion der eigenen Gefühle nach aussen ist hierbei von entscheidender Bedeutung und dient neben der (heute scheinbar stark geforderten) Selbstreflektion auch dem abstecken und erfahren von Fremderwartungen. Diese starke Betonung des Gefühls-haften spiegelt sich auch wieder, in Sendungen und Internet-Videos, die von Jugendlichen gerne geguckt werden (Deutschland durch den Superstar usw.) und in denen die Protagonisten die Gefühle von Scham, Niederlage, Erniedrigung, Ohnmacht und Fremdbestimmung quasi stellvertretend ertragen müssen, verbunden mit utopischen Anforderungen und Zielen, die nie erreichbar sind.

Neben der Ausdehnung ist es also die wesentliche größere Individualität und Optionalität, die das Leben der Jugendlichen heute prägt. Eine Orientierung nach Traditionellen Gesichtspunkten, eine streng definiertes, normorientiertes Verhalten ist heutzutage eher selten (wenngleich in bestimmten Bevölkerungsgruppen durchaus noch vorhanden). Stattdessen scheint es für Jugendliche einen permanenten Druck zu geben, individuelle Präferenzen zu entwickeln und nach aussen zu zeigen (in Form von Kleidung, (Körper-) Schmuck, virtuellen Online- Profilen usw.). Verhalten und Sprache gilt es dabei fortwährend dem Kontext anzupassen. Statt der Fremdregulierung wirkt die Selbstregulierung - eine Art „Filter“ im Kopf trennt die Welt in individuell Bedeutsames und Uninteressantes; in „Normales“ und Unakzeptables. Eine ständige Beschäftigung mit der eigenen Gefühlswelt und der Wahrnehmung der eigenen Person durch Andere ist von zentraler Bedeutung geworden und hat die Beschäftigung mit den starren und vorgegebenen Verhaltensvorschriften früherer Zeiten (z.B. die Angst vor „sündhaften“ Verhalten, Auswendiglernen von Verhaltensregeln usw.) verdrängt.